Anti-Doping-Aufklärung für U19-Frauen

Beim Anti-Doping-Aufklärungsprogramm der UEFA bei der U19-Europameisterschaft für Frauen wurden die Spielerinnen mit der Prozedur einer Dopingkontrolle vertraut gemacht.

Mike Earl bei einer Präsentation vor U19-Frauen in Wales
Mike Earl bei einer Präsentation vor U19-Frauen in Wales ©Sportsfile

Der Kampf der UEFA gegen Doping hat bei der UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen im Südwesten von Wales seine Fortsetzung mit Präsentationen vor den acht teilnehmenden Mannschaften genommen.

Bei jeder Sitzung - unter der Leitung von Mike Earl, dem medizinischen Anti-Doping-Leiter der UEFA, und Kevin Haynes, dem medizinischen Leider des Englischen Fußballverbands - wurde die Haltung der UEFA zu Doping wiederholt und betont, dass es dabei um Respekt und Chancengleichheit geht, um sowohl das Ansehen des Fußballs als auch die Gesundheit der Spieler zu schützen.

Die U19-Spielerinnen, die an der Endrunde in der Gegend von Swansea teilnehmen, wurden über den Ablauf einer Dopingkontrolle und ihre persönliche Verantwortung als Spitzensportler aufgeklärt . "Sie sind dafür verantwortlich, was sich in Ihrem Körper befindet - Sie sind diejenigen, die mit einer Strafe belegt werden", erläuterte Earl seinen Zuhörerinnen.

Die Regeln und die Verbotsliste werden von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) festgelegt. Regelverletzungen bestehen unter anderem aus einem positiven Testergebnis, dem Besitz einer verbotenen Substanz, Manipulation der Dopingkontrolle, der Teilnahmeverweigerung an einem Test oder respektlosem Auftreten während eines Tests.

Earl erinnerte an das Prinzip der strikten Eigenverantwortung und erläuterte die Risiken, die sogar bei gängigen Arzneimitteln bestehen, eine verbotene Substanz zu enthalten. "Klären Sie es mit Ihrem Mannschaftsarzt ab, bevor Sie irgendetwas einnehmen", warnte er. Zudem erklärte er, dass Spieler behandelt werden dürfen, wenn sie krank oder verletzt sind, vorausgesetzt sie erhalten eine Ausnahmegenehmigung.

Um diesen Punkt noch einmal zu unterstreichen, lieferte der medizinische Anti-Doping-Leiter der UEFA einige bekannte Beispiele von Spielern, die positiv auf verbotene Substanzen getestet und gesperrt wurden. "Sogar Topspieler können dumme Fehler machen", meinte Earl, der zudem auf die Gefahr von Nahrungsergänzungsmitteln hinwies. Ein signifikantes Risiko besteht auch bei Freizeitdrogen: 60 Prozent aller weltweit positiven Dopingtests im Fußball gehen auf Freizeitdrogen zurück. "Setzen Sie nicht Ihre Karriere aufs Spiel", warnte Earl, denn abgesehen von der Gesundheitsschädigung kann ein positiver Test die Karriere und den Ruf eines Spielers zerstören - mit Auswirkungen auf seinen Verein, seine Teamkollegen und seine Familie.

Bei der Sitzung wurde außerdem ein Informationsvideo gezeigt, das die Spielerinnen mit der Prozedur einer Dopingkontrolle vertraut machte. Es entstand bei der UEFA EURO 2012 und zeigt, wie Blut- und Urinproben der Spieler genommen werden und wie die Doping-Kontrollstation vorbereitet wird. Der Ablauf folgt einem streng geregelten Muster. Der Besitz der Proben von dem Moment der Versiegelung bis zur Öffnung für den Test ist genau festgelegt. Es wurde dann hervorgehoben, dass bei der UEFA EURO 2012 in jedem Spiel vier Spieler getestet wurden und alle 124 Tests negativ verliefen.

Earl regte an, dass sich die U19-Frauen bei weiteren Fragen oder Bedenken an ihre Mannschaftsärzte, nationalen Anti-Doping-Agenturen oder die UEFA wenden sollten. Danach wurden zwei Informationsbroschüren verteilt: Einmal mit einer schrittweisen Erläuterung des Ablaufs einer UEFA-Doping-Kontrolle sowie ein Heft mit der Überschrift "Es könnte Ihre Fußballkarriere retten, wenn Sie diese Broschüre lesen".