EURO-Klassiker: Portugal - Niederlande 2:1

Unser Appetithäppchen für das Halbfinale der UEFA EURO 2004: Das Spiel gibt es in voller Länge auf UEFA.tv.

Portugal feiert den Sieg gegen die Niederlande
Portugal feiert den Sieg gegen die Niederlande

Portugal stand vor dem Spiel in Lissabon gewaltig unter Druck, konnte gegen die Niederländer aber liefern. Wir erinnern uns an die damaligen Rahmenbedingungen.

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Hintergrund

Nach den Triumphen bei der U20-WM in den Jahren 1989 und 1991 hatte Portugal eine "Goldene Generation" entwickelt, die bei der EURO 2000 das Halbfinale erreichte und vier Jahre später als EM-Gastgeber unbedingt den großen Wurf landen wollte.

Trainer Luiz Felipe Scolari hatte mit Rui Costa, Costinha, Ricardo Carvalho, Luís Figo und Fernando Couto mehrere Superstars in Top-Verfassung. Letzte Hürde auf dem Weg ins Finale sollte in Lissabon eine ebenfalls mit großen Namen gespickte Oranje sein.

Schlüsselspieler

Highlights der EURO 2004: Luís Figo
Highlights der EURO 2004: Luís Figo

Luís Figo: Hatte mit Barcelona und Real Madrid schon viele Trophäen gesammelt und wollte als Kapitän der Gastgeber seine Karriere bei der EURO 2004 krönen.

Ruud van Nistelrooy: Eine Tormaschine, die ohne immer wieder auftretene Knieprobleme ganz bestimmt eine noch beeindruckendere Karriere hingelegt hätte. Der Stürmer von Manchester United bestritt in Portugal sein erstes großes Turnier.

Cristiano Ronaldo: Das jüngste Mitglied des portugiesischen Kaders. Der damals 19-Jährige hatte bei der überraschenden Auftaktpleite gegen Griechenland ein Joker-Tor erzielt und wurde im Verlauf des Turniers zum Stammspieler.

So lief das Spiel

Damals Teamkollegen bei United: Cristiano Ronaldo und Ruud van Nistelrooy
Damals Teamkollegen bei United: Cristiano Ronaldo und Ruud van NistelrooyGetty Images

Portugal hatte in der Anfangsphase ein leichtes Übergewicht und ging in der 26. Minute auch verdient in Führung, als Cristiano Ronaldo eine Ecke von Deco mit dem Kopf verwertete. Marc Overmars und Clarence Seedorf hatten vor der Pause Möglichkeiten für die Niederländer, auf der anderen Seite scheiterte Luis Figo an der Latte.

Mit dem vielleicht schönsten Tor des Turniers sorgte Maniche in der 58. Minute für eine Jubel-Explosion im Stadion, doch ganz ohne Zittern sollte der Abend für die Hausherren nicht zu Ende gehen. Jorge Andrade fälschte eine Hereingabe von Giovanni van Bronckhorst ins eigene Netz ab, doch Portugal schaukelte die Führung über die Ziellinie.

Reaktionen

Die schönsten Tore der EURO 2004
Die schönsten Tore der EURO 2004

Hélder Postiga, Portugal: "Hinter unserem Bus gab es Pferde, Fahrräder, Boote und was weiß ich noch alles. Die Unterstützung war riesig. Ich werde diesen Tag nicht vergessen."

Nuno Gomes, Portugal: "Einige Spieler im Kader sind 19, andere Spieler sind 34. Aber es gibt einen großen Teamgeist in der Kabine. Vor allem dank Rui Costa, Figo und Fernando Couto. Keiner verdient es so sehr wie sie, im Finale der EURO 2004 zu stehen."

Pierre van Hooijdonk, Niederlande: "Ohne Zweifel war Portugal das bessere Team und hat es verdient, im Finale zu stehen. Wir haben zwei blöde Gegentore zugelassen. Solche Fehler werden halt bestraft."

Außerdem an diesem Abend

Weitere Partien gab es an diesem Tag nicht. Eine Sensation gab es 24 Stunden später, als Griechenland mit Trainer Otto Rehhagel den Mitfavoriten Tschechische Republik aus dem Turnier kegelte.

Was passierte danach?

Portugals Nationalhymne: Ronaldo und Co. bei der EURO 2004
Portugals Nationalhymne: Ronaldo und Co. bei der EURO 2004

Somit war das Endspiel eine Neuauflage des Eröffnungsspiels. Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats konnte Griechenland die hoch gehandelten Gastgeber niederringen und sorgte für das i-Tüpfelchen eines Sommermärchens.

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