Deutsch-französische Duelle

Im UEFA-Pokal kommt es heute wieder zu zwei Nachbarschaftsduellen zwischen deutschen und französischen Teams.

Seit Anfang diesen Monats herrscht auf beiden Seiten des Rheins fast schon hektisches Treiben, beinahe täglich kreuzen französische und deutsche Mannschaften in sportlicher Hinsicht die Klingen.

Nullnummer im Stade de France
Am 12. November trennten sich die französische Nationalelf und die DFB-Auswahl im Stade de France von Paris mit einem torlosen Remis, im UEFA-Frauenpokal ergab die Halbfinal-Auslosung ein Duell zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Montpellier HSC, und im UEFA-Pokal müssen sich alle drei deutschen Teams in ihrer Gruppe mit Mannschaften aus dem Nachbarland auseinandersetzen. Ende Oktober entführte der VfB Stuttgart drei Punkte bei Stade Rennais FC, heute kommt es gleich zwei Mal zur Fortsetzung der deutsch-französischen Festspiele.

Reger Grenzverkehr
Der AS Monaco FC empfängt im wohl interessantesten Duell des Abends den Bundesliga-Dritten Hamburger SV, der RC Lens will versuchen, Hertha BSC Berlin in dessen Olympiastadion zu düpieren.

Bundesliga-Erfahrung
Bestens vertraut mit dem heutigen Gegner ist Monacos Torhüter Guillaume Warmuz, der eineinhalb Jahre das Trikot von BV Borussia Dortmund trug und nach wie vor ein großer Fan der Bundesliga ist.

"Herausragende Eigenschaften"
"Ich kenne diese Mannschaften sehr gut und halte sehr viel vom deutschen Fußball", meinte der 35-Jährige. "Ihre herausragenden Eigenschaften sind die physische Stärke und die Zweikampstärke. Wenn wir uns darauf nicht einstellen, werden wir im Spiel enorme Probleme bekommen."

Besondere Würze
Frankreich ist als einziges Land mit fünf Mannschaften im Wettbewerb vertreten und im Hinblick auf das demnächst anstehende 20-jährige Jubiläum des legendären FIFA-WM-Halbfinales 1986 zwischen Frankreich und Deutschland (0:2) kommt allen Duellen zwischen den beiden Nachbarstaaten eine besondere Bedeutung zu.

Lens als Bundesliga-Schreck
Lens hat vor der Partie in Berlin bereits Erfahrungen mit einem Bundesligateam sammeln können, in der zweiten Runde des UEFA Intertoto Cups kamen die Franzosen beim VfL Wolfsburg zu einem 0:0, ehe sie die "Wölfe" im Rückspiel mit 4:0 aus dem Stadion schossen.

"Geben nie auf"
Doch schon beim 2:0-Sieg der Stuttgarter in Rennes am ersten Spieltag der Gruppenphase durch späte Tore von Jon Dahl Tomasson und dem ehemaligen Paris Saint-Germain FC-Stürmer Danijel Ljuboja wurde dann erneut unterstrichen, worin die Stärke der deutschen Teams liegt. "Das war keine Überraschung", erklärte Werder Bremens französischer Spielmacher Johan Micoud gegenüber uefa.com. "Sie stecken niemals zurück. Egal, ob es 0:0 steht, oder sie mit 3:0 oder 4:0 vorne liegen, das ist einfach ihre Mentalität."

Taktische Fortschritte
Während man im Ausland vor allem die physischen und kämpferischen Tugenden des deutschen Spiels lobt, verzeichnet der deutsche Fußball aber in den Augen von Warmuz in den letzten Jahren auch auf anderen Gebieten einen Aufwärtstrend. "Ihr Spiel hat sich entwickelt", meinte er. "Sie spielen richtig guten Fußball und haben feine Techniker in ihren Reihen, sowohl Deutsche als auch Ausländer. Das macht ihre Liga noch interessanter."