Cardozo wird vom Pechvogel zum Helden

SL Benfica - SC Braga 2:1
Óscar Cardozound Jardel besorgten in nur neun Minuten den Sieg für die Hausherren, doch der Hinspiel-Erfolg ist mit großer Vorsicht zu genießen.

SL Benfica - SC Braga 2:1 ©Getty Images

Ein Sieg ist ein Sieg, aber am Ende könnte sich die fahrlässige Chancenverwertung SL Benficas im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Europa League rächen. Das 2:1 der Adler gegen den SC Braga ist ein trügerisches Ergebnis, denn mit einem geschossenen Auswärtstor ist für Außenseiter Braga im Rückspiel noch alles möglich.

In der ersten Hälfte gab es für die erfolgsverwöhnten Benfica-Anhänger noch nichts zu jubeln, aber im zweiten Abschnitt gab es eine Zehn-Minuten-Achterbahnfahrt der Extraklasse. Jardel ließ den Herzschlag der Lissaboner mit dem 1:0 (50.) steigen, aber bereits in der 53. gab es den herben Dämpfer durch Vandinhos 1:1. Doch damit nicht genug, denn Óscar Cardozo stellte die Führung nach 59 Minuten mit einem wunderschönen Freistoß wieder her.

Benfica legte mit ordentlich Druck in der ersten Viertelstunde los. Schnelle Kombinationen über die Flügel brachten die Hintermannschaft von Braga wiederholt in Verlegenheit. Allein das Tor, es blieb den Hausherren verwehrt, auch weil das Schiedsrichtergespann nach einem Freistoß korrekt auf Abseits entschied und Óscar Cardozo den Torjubel verwehrte. Braga blieb zu Beginn über weite Strecken blass und beschränkte sich auf zaghafte Konterversuche, die aber alle in der gut gestaffelten Defensive Benficas hängen blieben.

Durch Druck entstehen Diamanten, aber die Entstehung von Toren ist noch nicht überliefert, und folglich ging die Partie mit 0:0 in die Halbzeit. Im Zehnminutentakt prüfte Benfica Bragas Keeper Artur: Javier Saviola mit einem wuchtigen Flachschuss (21.), Cardozo in der 31. Minute per Heber und Pablo Aimar aus der Distanz (41.) versuchten sich allesamt vergeblich. Die beste Möglichkeit hatte dann der überragende Spieler Benficas in Hälfte eins. Am Ende eines tollen Konters setzte sich Cardozo (44.) stark im Strafraum durch, schob die Kugel an Artur vorbei und zielte letztlich aber zu genau. Der Ball traf exakt den Pfosten und nicht das Tor.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste endete - mit Druck. Erneut ging es über die Flügel, diesmal in Person des bulligen Maxi Pereira. Seine scharfe Flanke fand erneut den brandgefährlichen Cardozo, aber wieder traf der Paraguayer nur den Pfosten. Doch diesmal war Jardel zur Stelle und drückte den Ball über die Linie. Die Benfica-Herrlichkeit fand aber ein jähes Ende, denn Braga erzielt 180 Sekunden später eiskalt den Ausgleich. Nach einem Freistoß von der linken Seite stieg Vandinho unbedrängt hoch und köpfte mit dem Rücken zum Tor in Richtung Keeper Roberto. Benficas Schlussmann zögerte eine Sekunde zu lang und der überraschende 1:1-Ausgleich schockte die Fans der Hausherren.

Aller guten Dinge sind drei, und dies galt auch für Herrn Cardozo. In der 59. Minute trat der Mittelfeldmann zum Freistoß aus 25 Metern an, und diesmal gehörte der Jubel ihm allein. Mit Wucht und Finesse verwandelte er den schön gezirkelten Freistoß im rechten Kreuzeck und brachte die Adler aus Lissabon wieder in Front. Im Anschluss verlief die Partie wieder in seinen gewohnten Bahnen. Benfica stürmte, Braga verteidigte und Tore blieben Fehlanzeige.