Fünf Neulinge der UEFA Europa League

UEFA.com stellt die Debütanten vor - von einem moldawischen Team, das als Hommage an den toten Vater gegründet wurde bis zu einer ungarischen Stadt, die vor allem für ihr Kernkraftwerk bekannt ist.

Milsami-Torhüter Mihail Moraru in Aktion
Milsami-Torhüter Mihail Moraru in Aktion ©Boris Kharchenko

Fünfzig Vereine starten am Donnerstag in die Saison 2011/12 der UEFA Europa League - die erste Qualifikationsrunde geht los. Viele Teilnehmer kennen sich im Europapokal zwar aus, doch für fünf Mannschaften ist der internationale Wettbewerb absolutes Neuland. UEFA.com stellt die Debütanten vor.

FK Banga - Qarabağ FK
Vor sechs Jahren noch spielte Banga, das im Westen von Litauen beheimatet ist, in der dritten Liga, bevor lokale Geschäftsmänner sich zusammentaten und den Klub voranbrachten. 2009 war man in der ersten Liga angelangt und installierte Nationalheld Arminas Narbekovas als Trainer, der die Mannschaft ins Endspiel des litauischen Pokals führte. Dort siegte man sogar fast: Nach einer 2:0-Führung musste man sich am Ende dem FK Ekranas doch noch mit 2:4 geschlagen geben. "Wir müssen bei diesem Debüt unser Bestes geben", sagte Narbekovas, dessen Mannschaft nach 16 Spielen der Saison 2011 auf dem sechsten Rang liegt. "Aber ich weiß, dass wir auf eine starke Mannschaft treffen, die ihr Können in den vergangenen Jahren demonstriert hat."

KR Reykjavík - ÍF Fuglafjørdur
ÍF wurde 1946 gegründet und sicherte sich 1979 die Meisterschaft auf den Färöern, konnte sich seitdem aber nicht in der ersten Liga etablieren. Zurzeit spielen sie seit vier Jahren in der höchsten Spielklasse und manches deutet darauf hin, dass es diesmal für immer sein könnte. 2010 kamen sie ins Endspiel des Färöer-Pokals, wo man 0:1 gegen EB/Streymur verlor, ehe man im letzten Spiel der Saison durch ein Tor in der Nachspielzeit gegen Víkingur den vierten Platz der Liga vor dem geschlagenen Gegner sicherte. Nach sieben Niederlagen in den ersten 13 Spielen 2011 liegt ÍF auf dem vorletzten Platz der Tabelle, doch nun steht der Europapokal an und Vereinspräsident Ólavur Larsen ist zuversichtlich: "Wir hatten ein Vorbereitungs-Trainingslager in Island und haben dort gegen zwei Zweitligisten gespielt. Wir waren deutlich besser als sie, daher glaube ich, dass wir gegen KR eine Chance haben."

FC Dinamo Tbilisi - FC Milsami Orhei
Milsami wurde erst im letzten Jahr als Hommage an den verstorbenen Vater des ambitionierten Eigentümers Ilan Şor gegründet. "Er war ein leidenschaftlicher Fußballfan und gab diese Leidenschaft an mich weiter", sagte der 24-Jährige. "Ich wollte den moldawischen Fußball bei seiner Entwicklung unterstützen." Nachdem man von FC Viitorul Orhei die Lizenz für die erste Liga übernommen hatte, machte Milsami bald auf sich aufmerksam und war am Ende der ersten Spielzeit Dritter der Ligatabelle. "Innerhalb eines Jahres haben wir ein vernünftiges Team und eine familiäre Atmosphäre auf die Beine gestellt", sagte Trainer Ştefan Stoica. "Bronze ist schön, aber es wäre noch besser, wenn wir eine oder zwei Runden im Europapokal überstehen würden."

Aalesunds FK - Neath FC
Neath wurde 2005 durch eine Fusion mit Skewen Athletic FC 2005 gegründet und feierte direkt Erfolge in der zweiten Liga. Nach der Vizemeisterschaft im ersten Jahr sicherten sich die Adler in der Saison danach die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg. Nach einer Phase der Stabilisierung holten sie sich, angetrieben vom ehemaligen Swansea-FC-Town-Duo Kristian O'Leary und Lee Trundle, den dritten Platz in der letzten Saison und setzten sich dann im Play-off zur UEFA Europa League gegen vier andere Mannschaften durch.

Paksi SE - UE Santa Coloma
Paks liegt am Ufer der Donau und ist eigentlich eher bekannt für den einzigen Atomreaktor Ungarns anstatt für guten Fußball, doch das ändert sich gerade. Die Grün-Weißen wurden 1952 gegründet und stiegen 2006 in die erste Liga auf. Man setzt nur auf ungarische Spieler und hat auch einige Akteure aus dem Umfeld der Stadt im Kader und feiert damit auch noch Erfolge. Letzte Saison gewannen sie den Ligapokal und wurden in der Saison 2010/11 in der ersten Liga Vizemeister - nicht zuletzt dank der 15 Tore von Dániel Böde.